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Mental Load in Beziehungen – wer denkt eigentlich an alles?

  • Autorenbild: Valentina Granata
    Valentina Granata
  • 26. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Der Kühlschrank ist fast leer. Am Freitag ist Waldtag im Kindergarten. Für Samstag fehlt noch ein Geburtstagsgeschenk. Die Zahnpasta geht zur Neige. Der nächste Kinderarzttermin müsste auch langsam vereinbart werden. Und wann war eigentlich noch einmal der Elternabend?

Manchmal ist es gar nicht das Erledigen all dieser Dinge, das erschöpft.

Es ist das ständige Daran-Denken.

Genau hier beginnt das, was heute häufig als Mental Load bezeichnet wird: die unsichtbare Denkarbeit, die notwendig ist, damit der gemeinsame Alltag funktioniert.


Nicht nur machen, sondern verantwortlich sein


In Beziehungen wird häufig darüber gesprochen, wer welche Aufgaben übernimmt.

„Ich gehe doch eh einkaufen.“„Du hättest mir nur sagen müssen, was wir brauchen.“„Warum hast du mich nicht daran erinnert?“

Doch genau darin kann ein entscheidender Unterschied liegen.

Wer eine Aufgabe ausführt, trägt nicht automatisch die Verantwortung dafür. Denn jemand musste vorher bemerken, dass etwas fehlt, daran denken, eine Einkaufsliste zu schreiben und im Blick behalten, was in den nächsten Tagen gebraucht wird.

Mental Load bedeutet also nicht nur etwas zu tun, sondern auch es im Kopf zu haben.



Muss dann jeder an alles denken?


Eine faire Partnerschaft bedeutet für mich nicht, dass beide Partner jederzeit sämtliche Termine, Aufgaben und Verpflichtungen der Familie im Kopf haben müssen.

Das wäre nicht nur anstrengend, sondern häufig auch völlig unnötig.

Wenn einer beispielsweise für den Kindergarten zuständig ist und der andere für Versicherungen und Finanzen, muss nicht jeder jedes Detail des anderen Bereichs kennen.

Entscheidend ist vielmehr, dass Verantwortung bewusst verteilt ist – und nicht stillschweigend bei einer Person landet.

Problematisch wird es häufig dann, wenn eine Person nicht nur ihre eigenen Aufgaben im Blick behalten muss, sondern zusätzlich zur Projektleitung für den gesamten Familienalltag wird: erinnern, delegieren, nachfragen und kontrollieren.


„Sag mir einfach, was ich machen soll“


Dieser Satz ist meistens gut gemeint.

Für die Person, die ohnehin schon den Großteil der Organisation im Kopf trägt, kann er sich trotzdem wenig entlastend anfühlen. Denn die Verantwortung bleibt weiterhin bei ihr.

Entlastung entsteht nicht unbedingt dadurch, dass beide alles gemeinsam machen.

Sie kann vielmehr dadurch entstehen, zu wissen:

Ich bin nicht allein dafür verantwortlich, dass unser gemeinsamer Alltag funktioniert.


Verantwortung sichtbar machen


Gerade in der Paartherapie lohnt es sich deshalb manchmal, nicht nur zu fragen:

Wer macht bei uns eigentlich was?

Sondern auch:

Wer denkt bei uns eigentlich woran?

Wer bemerkt, dass etwas erledigt werden muss? Wer plant? Wer erinnert? Wer fühlt sich verantwortlich, wenn etwas vergessen wird?


Dabei muss am Ende keine perfekte 50:50-Aufteilung entstehen. Beziehungen sind keine Excel-Tabelle und Lebensphasen verändern sich.

Aber Verantwortung, die sichtbar wird, kann besprochen und neu verteilt werden.

Und manchmal liegt genau darin die eigentliche Entlastung: nicht darin, nichts mehr tun zu müssen – sonden darin, zu wissen, dass man das gemeinsame Leben nicht alleine im Kopf behalten muss.




Sie erkennen Ihre eigene Beziehung in manchen dieser Situationen wieder?In der Paartherapie können wir gemeinsam sichtbar machen, wie Verantwortung in Ihrer Beziehung verteilt ist und welche Veränderungen für Sie beide entlastend sein könnten.

Für ein Erstgespräch in meiner Praxis in Piesendorf können Sie mich unter 06607012234 kontaktieren.

 
 
 

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