Wenn der Kopf nicht abschaltet: Warum Stress und Erschöpfung die Lust rauben
- Valentina Granata

- 17. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Unser Körper ist ein Meister darin, uns vor Überlastung zu schützen. Wenn der Alltag von Dauerstress, Sorgen oder einer tiefen Erschöpfung geprägt ist, schaltet unser Nervensystem in den Überlebensmodus. In diesem Modus geht es darum, Energie zu sparen und Pflichten zu erfüllen. Für Leichtigkeit, Entspannung und sexuelles Verlangen bleibt dann oft schlichtweg keine Energie mehr übrig.

Ein Thema, das in meiner Praxis sehr häufig zur Sprache kommt, ist der Libidoverlust. Dabei geht es längst nicht immer nur um die Intimität in einer Partnerschaft. Oft betrifft die Lustlosigkeit das eigene Empfinden ganz grundsätzlich – das bedeutet, dass auch das Verlangen nach Sex mit sich selbst oder die Fähigkeit, dabei Entspannung zu finden, komplett erlischt. Viele Betroffene entwickeln deswegen Schuldgefühle oder spüren einen großen Druck. Dabei ist das Ausbleiben der Lust in Phasen psychischer Belastung eine völlig logische Reaktion des Körpers.
Die Biologie der Unlust
Unter Stress schüttet der Körper Hormone wie Cortisol und Adrenalin aus. Diese signalisieren dem Gehirn Gefahr und biologisch gesehen ist „Gefahr“ der denkbar schlechteste Zeitpunkt für Intimität – egal ob mit einem Partner oder mit sich allein. Gleichzeitig sinkt die Produktion von Botenstoffen, die für Entspannung, Genuss und Verlangen zuständig sind.
Grundsätzliche Lustlosigkeit ist daher kein Zeichen dafür, dass mit Ihnen etwas „nicht stimmt“ oder Sie dauerhaft gefühllos geworden sind. Sie ist das stille Warnsignal einer tiefen mentalen oder körperlichen Erschöpfung. Das System hat einfach den Stecker gezogen, um sich zu schützen.
Vom Druck zurück ins Spüren
Aus dieser biologischen Reaktion entsteht schnell ein psychischer Teufelskreis. Man versucht, die Lust gedanklich zu „erzwingen“, was jedoch nur noch mehr Stress erzeugt. Je mehr wir uns darauf fokussieren, dass das Verlangen gerade fehlt, desto weiter entfernt es sich.
Der Weg zurück zur eigenen Sexualität führt deshalb fast nie über Leistung oder Druck, sondern über Entlastung und das Wiedererlernen von Achtsamkeit für den eigenen Körper.
Wie Sexualtherapie und Psychotherapie helfen können
In einem geschützten und absolut wertschätzenden Rahmen betrachten wir die tieferen Ursachen für diese Blockade. Sexualtherapie findet ausschließlich auf der Gesprächsebene statt. Wir arbeiten daran:
Zu verstehen, welcher Stressor Ihr System aktuell am meisten blockiert.
Den inneren Erwartungsdruck abzubauen, damit Ihr Körper wieder in die Entspannung finden kann.
Den Zugang zu den eigenen Bedürfnissen und zum eigenen Körpergefühl in Ihrem Tempo wiederaufzubauen.
Es geht darum, den Druck komplett herauszunehmen, damit wieder Raum für Wohlbefinden, Lebendigkeit und echte Entspannung entstehen kann.
Haben Sie das Gefühl, dass Stress oder Erschöpfung Ihr sexuelles Wohlbefinden blockieren? Gerne unterstütze ich Sie dabei, Wege aus dieser Dynamik zu finden. Für ein vertrauliches Erstgespräch in meiner Praxis in Piesendorf (Pinzgau) können Sie mich jederzeit kontaktieren.




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